Wenn die Temperaturen steigen, verändert sich nicht nur unser Alltag – auch für Hunde bedeutet Hitze eine enorme körperliche Belastung.
Und trotzdem sieht man sie: Joggende Hunde in der Mittagssonne, Asphaltgänge bei 30 Grad, lange Fahrradrunden.
Doch was ist wirklich sinnvoll?
Und ab wann wird es gefährlich?
Warum Hitze für Hunde so belastend ist
Hunde können nicht schwitzen wie wir Menschen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur
hauptsächlich über:
- Hecheln
- minimale Schweißdrüsen an den Pfoten
- Gefäßerwe
- iterung
Das Problem → diese Regulation funktioniert nur begrenzt.
Vor allem bei:
älteren Hunden- brachyzephalen
- Rassen (z. B. Mops, Bulldogge)
- Welpen
- übergewichtigen Hunden
- Hunden mit Herz- oder Atemwegserkrankungen
Eine Überhitzung kann schnell entstehen – und ist lebensgefährlich.
👉 Laut Tierschutzbund können Temperaturen ab etwa 25 °C für empfindliche Hunde bereits problematisch sein.
(Quelle: Deutscher Tierschutzbund e. V.)
Beschäftigung - Ja! Aber richtig
Was du vermeiden solltest:
- Fahrradfahren bei Hitze
- Ballwerfen in der Mittagssonne
- Training auf aufgeheizten Plätzen
- Autoaufenthalte (auch nicht „nur kurz“)
- Falsche Uhrzeit
→ Zwischen 11 und 18 Uhr ist die Hitze am intensivsten.
Asphalt kann sich auf über 60 Grad aufheizen.
Ein einfacher Test:
Lege deinen Handrücken für 7 Sekunden auf den Boden.
Ist es unangenehm heiß – ist es für Hundepfoten schmerzhaft.

Was du stattdessen tun kannst:
1️⃣ Gassi-Zeiten anpassen
• Früh morgens
• Spät abends
• Schattenwege bevorzugen
2️⃣ Dauer reduzieren
Im Sommer geht es nicht um Strecke, sondern um:
• Lösen
• Schnüffeln
• leichte Bewegung
3️⃣ Mentale Auslastung nach drinnen verlagern
Hitze bedeutet nicht: „Hund langweilt sich“.
Sinnvolle Alternativen:
• Schleckmatte
• Suchspiele in der Wohnung
• leichte Konzentrationsübungen
• ruhige Trickarbeit
Gerade Denkaufgaben ermüden deutlich nachhaltiger als körperliche Dauerbelastung.
Wasser – aber richtig
- Immer frisches Wasser anbieten
- Keine eiskalten Mengen auf einmal
- Unterwegs tragbare Näpfe nutzen
Wichtig:
Ein Hund darf nicht „auf Vorrat trinken müssen“.
Training im Sommer – ja oder nein?
Ja – aber angepasst.
Sommer ist ideal für:
- Ruhetraining
- Impulskontrolle
- Orientierung am Menschen
- Begegnungstraining mit Abstand
Was nicht sinnvoll ist:
- intensive körperliche Belastung
- lange Gruppenstunden in der Sonne
- Frustrationstraining bei Hitze
Denn: Ein überhitzter Hund lernt schlechter.
Woran erkenne ich Überhitzung?
Achte auf:
- starkes, hektisches
- Hecheln
- glasige Augen
- Taumeln
- Erbrechen
- extreme Unruhe oder Apathie
➡ Sofort in den Schatten
➡ Langsam (!) mit lauwarmem Wasser kühlen
➡ Tierarzt kontaktieren
Schon wenige Minuten im Auto können lebensgefährlich sein.
👉 Informationen zur Temperaturentwicklung im Auto findest du z. B. beim ADAC:
Fazit
Sommer bedeutet nicht Trainingspause – aber es bedeutet Verantwortung.
Ein Hund braucht im Sommer nicht mehr Action.
Er braucht Anpassung, Struktur und kluge Entscheidungen.
Und manchmal ist die beste Entscheidung:
Heute bleiben wir im Schatten.

älteren Hunden