Hundegeschirr vs. Sicherheitsgeschirr

Was dein Hund wirklich braucht!

Wenn es um die sichere Führung unserer Hunde geht, ist das richtige Equipment entscheidend – besonders bei ängstlichen oder unsicheren Tieren. In diesem Beitrag erfährst du, worin sich normale Hundegeschirre und sogenannte Sicherheitsgeschirre unterscheiden, wann welches Geschirr sinnvoll ist und worauf du bei der Passform unbedingt achten solltest – gerade auch bei Hunden aus dem Auslandstierschutz.

 

Was ist der Unterschied zwischen einem normalen Hundegeschirr und einem Sicherheitsgeschirr?

Hundegeschirr

Ein normales Hundegeschirr besteht in der Regel aus einem Brustgurt, einem Bauchgurt und Rückensteg. Es ermöglicht eine gleichmäßige Druckverteilung und schont den Hals – im Gegensatz zum Halsband. Für die meisten alltagssicheren Hunde ist ein solches Geschirr völlig ausreichend.

Sicherheitsgeschirr

Ein Sicherheitsgeschirr hingegen ist speziell dafür entwickelt worden, Ausbrüche zu verhindern. Es unterscheidet sich durch einen zusätzlichen Gurt, der hinter dem Brustkorb (vor den Hinterläufen) verläuft – den sogenannten Taillengurt. Dieser sorgt dafür, dass sich das Geschirr nicht einfach über den Brustkorb nach hinten abstreifen lässt, wie es bei vielen panischen oder schreckhaften Hunden mit einem normalen Geschirr passieren kann.

  • 2 Gurte (Brust, Bauch)
  • ❌ nicht ausbruchssicher
  • ✅ Alltagstauglich
  • für Alltagssichere Hunde
  • 3 Gurte ( Brust, Bauch, Taille)
  • ✅ ausbruchssicher
  • ✅ Alltagstauglicher aber etwas unbequemer
  • für ängstliche, unsicher oder neue Hunde

 

Für welche Hunde ist ein Sicherheitsgeschirr sinnvoll?

Ein Sicherheitsgeschirr ist immer dann sinnvoll, wenn das Risiko besteht, dass ein Hund sich in Panik aus dem Geschirr winden könnte. Das betrifft vor allem:

1. Hunde aus dem Auslandstierschutz

Viele dieser Hunde haben noch nie ein Geschirr oder eine Leine getragen, kennen unsere Umweltreize nicht und können sehr schreckhaft reagieren. Besonders in den ersten Wochen nach Ankunft ist ein Sicherheitsgeschirr absolut empfehlenswert.

2. Angsthunde oder unsichere Hunde

Auch bei Hunden, die in Deutschland geboren wurden, kann es Situationen geben, in denen sie extrem schreckhaft oder unsicher reagieren – etwa bei Gewitter, Silvester, in der Stadt oder beim Tierarzt.

3. Neu adoptierte Hunde

Auch wenn der neue Hund nicht aus dem Ausland kommt: Die ersten Tage oder Wochen im neuen Zuhause sind eine sensible Phase. Die Bindung ist noch nicht gefestigt, die Umgebung ist fremd – daher sollte man auch hier auf Nummer sicher gehen.

Warum ist die richtige Passform so wichtig?

Egal ob normales oder Sicherheitsgeschirr – das beste Modell nützt nichts, wenn es nicht richtig sitzt. Ein schlecht sitzendes Geschirr kann:

  • Scheuern oder Druckstellen verursachen

  • Die Bewegung einschränken

  • Vom Hund als unangenehm empfunden werden

  • Im schlimmsten Fall das Ausbrechen nicht verhindern

.

Worauf solltest du bei der Passform achten?

✅ Schulterfreiheit: Der Brustgurt sollte nicht über die Schulterblätter laufen
✅ Kein Druck auf Kehlkopf oder Achseln
✅ Bauchgurt hinter dem Brustkorb, nicht direkt hinter den Vorderbeinen
✅ Taillengurt (bei Sicherheitsgeschirr) sollte eng, aber nicht einschneidend sitzen
✅ Einstellbarkeit an mehreren Stellen

❌ Bei diesem Geschirr sitzt der letzte Gurt nicht an der Taille, sondern auf dem letzten Rippenbogen. Somit ist keine Sicherheit gewährleistet.

foto (1)

✅ Hier sitzt der letzte Gurt an der Taille, sodass der Hund aus diesem Geschirr nicht herrauskommen kann.

Fazit: Sicherheit geht vor – besonders in sensiblen Phasen

Ein Sicherheitsgeschirr ist kein Ersatz für Training, aber es kann Leben retten, wenn es darauf ankommt. Gerade in der Anfangszeit mit einem neuen Hund – sei es ein Auslandshund, ein Angsthund oder einfach ein sehr junger, unerfahrener Hund – ist die Kombination aus Sicherheitsgeschirr und Doppelsicherung absolut empfehlenswert.

Im Alltag, wenn der Hund gut an Geschirr und Umwelt gewöhnt ist, kannst du je nach Typ und Situation wieder auf ein normales Geschirr umsteigen – aber immer mit Blick auf Sicherheit, Komfort und Passform.

Tipp zum Schluss: Lass dich im Fachhandel oder von einem erfahrenen Hundetrainer zur Auswahl und Anpassung beraten – und denk daran: Nur ein gut sitzendes Geschirr ist ein sicheres Geschirr.

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